Das Leben danach

Nachdem wir unser Thema gefunden hatten, sind wir instinktiv in die Abteilung mit den roten Biografiebüchern der Ausstellung gegangen. Unser Interesse galt vor allem den Frauen.
Doch wodurch haben sie überlebt? Das Überleben hing einerseits von den Fähigkeiten ab, die die Gefangenen hatten, und die ihnen eine höhere Position oder schonendere Arbeit ermöglichten. Andererseits haben wir durch einige Videointerviews in Neuengamme erfahren, dass man in einer solchen Situation einfallsreich sein und sich zu helfen wissen musste. Karla Raveh, eine weitere Inhaftierte des KZ Neuengamme, erzählte, dass sie die Bretter von Holzkisten heimlich unter ihren Kleidern versteckten und die Schlacke von Öfen hinter der Küche zusammengekratzten, um sich ein Feuer im Ofen ihrer Baracke zu machen.

Unsere beiden lebendigen Quellen, Livia und Hédi, sind uns wegen ihres positiven Bildes in diesem traurigen Umfeld aufgefallen. Es ist eine Schwarzweiß- Fotografie der beiden Frauen, welches wie ein Schnappschuss oder Urlaubsfoto wirkt, es ist spontan, unbefangen und natürlich. Das hat uns gefallen. Mich, Franzi, hat besonders berührt, dass die beiden Geschwister waren, weil ich selbst eine Schwester habe und mich so ganz spontan und unbewusst mit ihnen identifiziert habe.

Jekaterina (Katja) ist mir, Siera, sehr schnell zwischen all’ den anderen Überlebenden aufgefallen, weil sie lieblich in die Kamera blickt und trotz ihrer bewegenden Geschichte lächelt, deshalb wollte ich mehr über sie erfahren.

Als wir uns näher mit ihren Lebensgeschichten befasst haben, haben wir gemerkt, dass sie verschiedener nicht hätten sein können.

Hédi und Livia wurden 1924/28 in Sighet, Rumänien, als Töchter einer jüdischen Familie geboren. Als 1940 das mit Deutschland verbündete Ungarn Rumänien besetzte, veränderte sich das Leben für die beiden Schwestern und ihre Eltern drastisch.

Durch antisemitistische Gedanken der Nazis, wurden sie in ihrer bishergien Lebensweise eingeschränkt, mussten von Sighet entfernte jüdische Schulen besuchen und ihr Vermögen aufgeben.
Kurz nachdem Hédi ihr Abitur bestanden hatte, holte ihr Vater sie und ihre Schwester aus Angst vor dem bevorstehenden Krieg nach Hause. Im März 1944 begann die Deportation der jüdischen Bevölkerung und im April musste ihre Familie für einen Monat in das Ghetto Sighet umziehen. Einen Monat später wurden sie nach Auschwitz gebracht, wo ihre Eltern sofort vergast wurden. Im Sommer des selben Jahres kamen Hédi und Livia  in das Außenlager Dessauer Ufer des KZ Neuengamme, anschließend nach Wedel und dann nach Eidelstedt. 1945 wurden die Schwestern befreit und fuhren im Sommer nach Schweden, um sich zu erholen.
Hédi heiratete, bekam drei Söhne, studierte Psychologie und arbeitete als Psychologin und Therapeutin. 1984 gründete sie das “Café 84″, wo sie heute noch arbeitet und Überlebenden des Holocaust therapeutische Hilfe anbietet und Kontakt zu anderen Überlebenden vermittelt. Sie schrieb 1995 ein Buch über ihre Erinnerungen und erhielt den schwedischen Friedenspreis. Noch heute engagiert sie sich gegen Rassismus, wofür sie 1998 ausgezeichnet wurde.
Ihre Schwester Livia studierte nach der Geburt ihrer Kinder Sprachen und arbeitete als Verkaufsassistentin. 2001 starb ihr Mann. Heute gehört sie der “Holocaust Survival Association” an und engagiert sich wie ihre Schwester Hédi als Zeitzeugin.
Beide leben heute in Schweden.

Geteiltes Leid, ist halbes Leid, dieser Satz scheint wie auf die beiden zugeschnitten.
Ihre starke Verbindung hat sie letztendlich wahrscheinlich am Leben gehalten, sie waren immer füreinander da und konnten ohne einander nicht leben.

,, Wenn sie sterben muss, werde ich mit ihr sterben”, so Hédi damals. ,, Da wollte ich nicht mehr leben, ohne Hédi werde ich das nicht schaffen (…), ohne Hédi wollte ich sowieso nicht leben”, sagte Livia.

Wir waren sehr gerührt über diese tiefe Verbundenheit zweier Schwestern, die ihnen die Hoffnung und die Kraft gegeben hat, nicht aufzuhören zu kämpfen.
Mir, Franzi, kommt die Geschichte von den beiden besonders nahe, weil ich anhand dessen noch einmal verdeutlicht bekomme, was für ein Geschenk es ist, eine Schwester zu haben, mit der zusammen man sich stärker fühlt und die, anders als eine Freundin, einem ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit gibt.

Die andere KZ-Überlebende, mit der wir uns näher beschäftigen wollen, ist Jekaterina (Katja) Sleptschenko, die 1924 in der Ukraine geboren wurde. Katja lebte in ärmlichen Verhältnissen. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie in einem Bergwerk. 1941 wurde sie mit ihrer Familie in eine  Kleinstadt im Ural deportiert und ein Jahr später, mit 17 Jahren, zur Zwangsarbeit in einer Gummifabrik nach Schlesien gebracht. 1944 wurde Katja verhaftet, weil sie Schmuck von Deutschen angenommen hatte. Über verschiedene Gefängnisse, und das KZ Ravensbrück, gelangte sie schließlich in das Außenlager Helmstedt-Beendorf des KZ Neuengamme.
Nachdem das Lager von der SS geräumt wurde, wurden die Häftlinge nach einer langen, lebensbedrohlichen Fahrt in Richtung Hamburg von britischen Truppen befreit.

Katja kehrte 1945 in die Ukraine zurück und lernte einen Monat später ihren zukünftigen Mann, einen polnischen Maler, kennen.
Sie bekam drei Kinder, entwarf Kunstprojekte und arbeitete als Lehrerin.
Später, nach 1990 wurde sie Mitglied einer Überlebendenorganisation, die sich um die Entschädigung der Zwangsarbeiter kümmerte.
1998 wurde Katja offiziell zur Kriegsveteranin erklärt und erhielt 2001 eine Entschädigung von 300 Mark. Dazu äußerte sie sich folgendermaßen:

,,Die Regierung hat uns erst nach 1998 ‘verziehen’ und zugegeben, dass wir nicht schuld waren, dass wir damals Kinder und keine Verräter waren. (…) Es ist zu spät. Wir brauchen nichts mehr in unserem Alter(…). Man will einfach ein bisschen Ruhe und kein schweres Leben im Alter haben.”

Katja hat ihre Gefangenschaft im Gegensatz zu Hédi und Livia alleine durchstehen müssen. Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, dass sie ganz anders mit dem Thema umgeht.
Wir hatten das Gefühl, dass Katja sich erstmal von ihrer Zeit im KZ distanzieren wollte, dass sie es in den Hintergrund stellte, um zur Normalität zurückkehren zu können. Auch ihr späteres Engagement in der Überlebendenorganisation galt der gerechten Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter und nicht zwangsläufig, wie bei Hédi, der Auseinandersetzung mit ihrem Trauma. Es scheint, als ginge sie von Grund auf vorsichtiger an ihre Vergangenheit heran. Ihr Leben war, wie das Zitat verrät, schon schwer genug und so möchte sie zumindest im Alter die Ruhe und Zuversicht haben, die sie nie hatte.
Hédi beispielsweise hatte sich wahrscheinlich schon selbst geholfen und war bereit mit ihrer neuerlangten Kraft anderen Überlebenden zu helfen, ihnen zu zeigen, dass es weitergehen kann.
Es ist  sehr bewundernswert, dass sie sich intensiv mit ihrem Trauma beschäftigt, fremden Menschen von ihrer Geschichte erzählt und ihnen zuhört, weil sie davon überzeugt ist, dass man sich mit ihren Geschichten beschäftigen sollte, damit sie nicht vergessen werden.
Obwohl es ihr schwerfiel, über dieses Thema zu sprechen, stellte sie sich ihrerer  Vergangenheit.
Trotzdem können wir Katja  genauso verstehen, wenn man wie sie, vielleicht auch zum Selbstschutz, erstmal versucht Abstand von seinen schrecklichen Erfahrungen zu gewinnen, um sich eine Chance auf ein normales Leben zu geben.

Alle drei haben sicherlich  immer ein bisschen Hoffnung in sich getragen, auch wenn sie in manchen Momenten vielleicht den Glauben an das Gute verloren haben, weil ihnen Freude und Begeisterung genommen wurde.
Das hat uns gezeigt, dass, egal was auch passiert, das Leben weitergeht und man sich nicht die Lust am Leben nehmen lassen darf.
Jeder hat das Recht sein Leben frei zu gestalten, bei ihnen ist dies später eingetroffen, aber trotzdem haben sie gewartet und nicht aufgegeben und heute sind sie hier.

von Franzi und Siera

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Antworten auf Fragen

Jugendliche und Kinder wurden im KZ Neuengamme und dessen Außenlagern eingesperrt.

Wie viele und wann wurden die Kinder und Jugendlichen nach Neuengamme deportiert?

  • Im April 1941 wurden 1000 Jugendliche aus Polen deportiert
  • Im November kamen 20 Kinder aus dem KZ Auschwitz (10 Mädchen,10 Jungen, zwischen 5-12 Jahren)
  • Weitere Jugendliche (Reinhold Meyer, Hans Peter Viau…), die sich nicht an die nationalsozialistische “Volksgemeinschaft” anpassten oder Widerstand leisteten, wurden verfolgt und eingesperrt
  • 1944 wurden weibliche Jugendliche aus den Lagern Auschwitz, Stutthof und Ravensburg in Frauenaußenlager gebracht
  • Es wurden auch Kinder im KZ geboren, sie überlebten jedoch nicht Weiterlesen
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Weihnachten im KZ Neuengamme

Unsere Gruppe hat mehrere eindrucksvolle Weihnachtsgeschichten, erzählt von unterschiedlichen Häftlingen, gelesen. Alle waren sehr mit Trauer erfüllte Geschichten, die
weitestgehend drei Grundstimmungen verfolgt haben:Wehmut, Sehnsucht und Hunger. Manche Texte übermittelten einem sogar das Gefühl, einige Häftlinge hätten die Nazis während der Weihnachtszeit als großzügig angesehen. Für uns ist das natürlich nicht nachvollziehbar – für die Häftlinge jedoch war Weihnachten insofern schon ein besonderer Tag, als dass sie an diesem Tag von der Arbeit befreit wurden, 2-3 „Extrakartoffelchen“ bekamen und Akrobaten, Zauberer oder Sänger zu sehen bekamen.

„Trotz einiger zusätzlicher Kartoffeln war Weihnachten der Schmerz am größten“.Dieser Schmerz begründet sich durch die Erinnerungen an die Vergangenheit, an die schönen,
unbekümmerten Zeiten mit der Familie in der Heimat vor der Verschleppung in die
Konzentrationslager.

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Zusammenfassung des Tagesablaufes

Besonders vielfältig war ein normaler Tagesablauf eines KZ-Häftlings nicht: Morgens, bei großem Gedränge, musste sich jeder Häftling innerhalb einer halben Stunde waschen, das “Bett bauen” und Kaffe oder warme Brühe zu sich nehmen. Nach dem darauffolgenden Morgenappell wurden den Häftlingen die Aufgaben zugeteilt. Aufgaben, mit denen sie den ganzen Tag lang arbeiten mussten (zehn bis zwölf Stunden, in den Wintermonaten weniger). Mittags gab es dann eine Pause für die Suppenausgabe. Nach dem Abendappell folgten das Abendessen und kurz darauf die kurze, wenig erholende Nachtruhe. 1943 gab es immer mehr Bombenangriffe und die Nachtruhe wurde immer häufiger durch Fliegeralarme unterbrochen. Wenn dies geschah, mussten die Häftlinge im Dunkeln unter Prügel in die Keller der Neubauten laufen.

Freizeit gab es nur wenig, vor allem in den Sommermonaten. In den Wintermonaten hatten die Häftlinge aufgrund der kürzeren Arbeitszeiten etwas mehr Freizeit. Ansonsten hatten die Häftlinge nur abends oder sonntags Zeit, ihre Kleidung zu säubern, Mithäftlinge zu treffen oder Tauschgeschäfte durchzuführen.

 


							
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Topic

Our class “the Art/History/drama Profile of the Emilie-Wüstenfeld Gymnasium Hamburg” went to a memorial place of a former concentration camp wich is located in Neuengamme, Hamburg, Germany.

First of all we got an overview of the memorial place of the former concentration camp (KZ) and the area. There is not much left of the KZ but some parts are still there. It is not made to imagine all the things that happened there. It is made to inform the people and to learn about the facts without being distracted by too much emotion.

Our group dealt with the topic of medical experiments which happened in Neuengamme but in other KZs aswell. Some of the detainees have been used for medical experiments. For example there have been 20 children who where taken away from their parents. After the experiments all the innocent kids got murdered. These have not been the only experiments. Another big part of our topic is the medical situation in these concentration camps. We are also going to talk about the doctors and how their treated their patients.

Unfortunately nearly all of our texts are in German. But since most of the victims have not been from Germany we would like to present our blog for everyone who is interested. So if you have any questions or search for some imformation we would be honored to help :)

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Medizinische Versorgung

Bahr, Wilhelm Bahr, war nur einer der vielen SS-Sanitätsdienstgrade, der medizinische Verbrechen wie dieses begangen hat.

Erschreckendes ereignete sich immer wieder im KZ Mauthausen. Häftlinge, die aufgrund ihrer Krankheiten an Durchfall litten oder sich erbrachen und dadurch ihre Betten oder die Fußböden verschmutzt haben, verurteilten sich praktisch selbst zum Tod.

Gewöhnlich wurde er einfach an den Füßen in den Waschraum gezogen, mit kaltem Wasser abgespritzt und nackt auf dem steinernen Fußboden die ganze Nacht liegen gelassen, damit er sich auskühlte und wenn er morgens noch atmete, wurde der Prozeß mit einer Benzin-, Karbol- oder Evipanspritze ins Herz beendet.

So etwas kann man sich heutzutage gar nicht vorstellen. Wie kann ein Mensch fähig sein so eine Tat zu begehen? An dem Beispiel sieht man, wie die kranken Häftlinge medizinisch versorgt wurden, nämlich gar nicht!!! Die Häftlinge wurden einfach nur unmenschlich behandelt.

Aus Berichten von dem KZ Dachau wissen wir, dass viele operative Eingriffe ohne Narkose durchgeführt wurden, so wie zum Beispiel Amputationen. Die Häftlinge waren höllischen Schmerzen ausgesetzt.

Die Ärzte waren größten Teils nicht einmal zu Ärzten ausgebildet. Sowie auch die Krankenpfleger, diese waren häufig nur Häftlinge. Zudem hatten die Ärzte nicht einmal die nötigen Medikamente zur Verfügung um die Häftlinge zu behandeln. Der OP-Tisch war meistens nur ein Holztisch und die Instrumente wurden höchstens mit Wasser gereinigt und waren so nicht steril.

In den Krankenrevieren der KZ herrschte stetiger Platzmangel, in einem Bett lagen bis zu 6 Tuberkulose- oder Dysenterie-Kranke (=Durchfallerkrankte). Die Häftlingspfleger fanden jeden Morgen mehrere Tote unter Lebenden, doch das war nicht ungewöhnlich.Generell wurden in KZ Häftlinge, die phantasiert haben oder psychische Reaktionen hatten, d.h. “verrückt” geworden sind, in eine Zelle gebracht. Wenn die Zelle voll war, wurden die Insassen durch Injektionen umgebracht. Häftlinge in der Krankenstation wurden leichtfertig aussortiert, indem der Arzt mit dem Finger auf sie zeigte, die Verurteilung zum Tod. Die Verurteilung beruhte nur auf der Ansicht des Arztes, der den jeweiligen kranken Häftling für Arbeitsunfähig hielt. Grundsätzlich wurde den Juden ärztliche Behandlungen vorenthalten.

Frauen im Außenlager in Neugraben, Lotte Lang berichtete am 21.2.1946 im Rahmen britischer Ermittlungen von der medizinischen Versorgung. Sie gab bekannt, dass man sich nur zwischen 7 und 8 uhr abends krank melden konnte. Bis dahin musste man krank und geschwächt die körperlich schwere Arbeit verrichten. Die SS-Männer hat es dabei nicht gestört, wenn sich die kranken Häftlingen zu Tode arbeiteten. Lotte Lang hat erwähnt, dass man sich glücklich schätzen konnte, wenn man auf die Krankenstation aufgenommen wurde, da diese nur wenige Betten frei hatte.

Andere Frauen hingegen versuchten ihre Krankheiten zu verheimlichen.

Zysa Reder schildert 1981, wie die Frauen versuchten, ihre Krankheiten zu verheimlichen:

Wir wussten, wenn eine Krankheit kommen sollte, da sind wir alle verloren. Es gab eine Krankenstube bei uns, es gab auch eine Ärztin, ein Häftling aus Prag. Sie hatte aber gar keine Medikamente und konnte […] sehr wenig helfen. […] Eines Tages hab ich mich schlecht gefühlt, hab die Ärztin um ein Thermometer gebeten […], um die 40 Grad hatte ich. […] Und hab schon wieder vor mir gesehen: Jetzt werde ich getötet. Ich bin zur Arbeit gegangen, als wäre nichts. […] Die Arbeit habe ich schlecht verrichtet und da wurde ich angeschrien: „Was hast du da für Mist gemacht?” […] Da kam noch ein SS-Mann dazu und sagt: „Ich glaube, die ist krank.” Fragt mich der Scharführer: „Bist du krank?” „Nein.”

Der Bericht verdeutlicht, wie eingeschüchtert die kranken Häftlinge waren und wie groß ihre Angst vor der Krankenstation war.

 Aus Angst vor der Einweisung ins Krankenrevier zwangen sich viele Frauen in den Außenlagern trotz schwerer Erkrankungen weiterzuarbeiten. Henryka Sadowska berichtet 1992:

Also meistens hat man doch versucht, nicht aufs Revier zu kommen und nicht um Hilfe zu bitten. Weil die Angst zu groß war, dass man nicht zurückkommt. Man wusste nie, ob man da zurückkommtoder nicht, also hat man erstmal versucht, den Schmerz zu unterdrücken oder auch auszuhalten, solange es geht. Nur in schlimmsten Fällen, […] da ging man ins Revier, andere Hilfe gab es nicht. […] Man hat versucht, sich alleine zu helfen, auch mit Urin zu desinfizieren, kleine Wunden [...]. Ich glaube, das ist eine so peinliche Sache, dass man darüber gar nicht sprechen möchte, mit welchen Mitteln man es versucht hat. Na, aber die Angst war zu groß und die meisten wussten sich selber zu helfen.

Es muss furchtbar gewesen sein. Ist es nicht erschreckend zu erfahren mit welchen Mitteln die SS-Männer, Ärzte und weitere SS-Personen versucht haben die KZ- Häftlinge “loszuwerden”, wie sie das Leiden ignoriert haben und mit welcher Angst die Häftlinge leben mussten? Ist es nicht grauenhaft, wie die Häftlinge behandelt worden sind?

Ja, das ist es!

Wir würden uns über konstruktive Kommentare und weitere Anregungen freuen.

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Verpflegung und Hunger

Die Verpflegung im KZ Neuengamme war so gering und schlecht, dass
die meisten Häftlinge schon nach wenigen Wochen daran zugrunde gingen. Der Häftling Michał Piotrowski berichtete,  was die Nazis an Verpflegung zur Verfügung
stellten:  morgens gab es nichts, nur ein bisschen „Kaffee“ oder eher braunes Wasser. Erst am Mittag gab es wieder etwas, ca. ein Liter dünne Suppe. Abends haben die Nazis 250-300 Gramm Brot + 20 Gramm Margarine (manchmal sogar ein Stückchen Käse oder Wurst) ausgegeben und erwarteten selbst bei dieser geringen Menge, dass man sich etwas für morgens aufheben sollte. Wenn man sich jedoch eine Scheibe Brot mit ins Bett nahm, war es am nächsten Morgen mit Sicherheit verschwunden. Man sollte meinen, dass die Häftlinge unter solch schlechten Bedingungen schon genug litten und gequält würden und somit zumindest untereinander versuchten zusammenzuhalten. Der Hunger aber war so schlimm, dass sie sich obendrein noch gegenseitig beklauten. Es galt also die Regel:
sobald man das Brot hat: sofort aufessen! Obwohl bei diesem Mangel kaum vorstellbar, verkleinerte sich die Brotration noch mehr, gegen Kriegsende in unvorstellbarem Maße. Diese schlechten, unmenschlichen Lebensbedingungen, gepaart mit der schweren Zwangsarbeit, oft bei eisigen Temperaturen, führte zur bitteren Verzweifelung und Kräfteverfall, Schmerzen und Tod. Die Macht des Stärkeren spielte auch hier eine Rolle

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