Wir beschäftigen uns mit dem Thema Sexualität zur Zeit des Nationalsozialismus. Bislang ist dieses Thema nicht so publik wie andere, da durch Scham und Angst vor Verleumdung, viele Betroffene nicht bereit waren/ sind über ihre Erlebnisse zu berichten.
Genauso wie Heute spielte in der Zeit des Nationalsozialismus Sexualität eine wichtige Rolle.
Die Ideale der Nazis gaben vor einen reinen Körper sowie erbgesundes, deutsches Blut zu besitzen und seinen Gatten nach besagten Kriterien zu wählen. Zudem war es ein ungeschriebenes Gesetz, möglichst viele arische Kinder in die Welt zu setzen, um eine neue rein-deutsche Rasse entstehen zu lassen.
Effizienteres Arbeiten durch KZ-Bordelle? Dies war zumindest der Verdacht der SS. Sie entschlossen sich, ein Bordell für die Häftlinge zu errichten, um deren Arbeitsleistungen zu maximieren. Dazu wurden gesunde Frauen, mit dem Vorwand dieser Tätigkeit “nur” ein halbes Jahr lang nachgehen zu müssen und eine bessere Verpflegung zu bekommen, gelockt. Um den harten Arbeitsbedingungen im Freien auszuweichen, meldeten sich diese dazu meist “freiwillig”. Andere jedoch wurden als Strafe wegen Arbeitsverweigerung aus weiteren Konzentrationslagern eingeliefert und zwangssterilisiert, um Schwangerschaften zu vermeiden. Jeder einigermaßen gesunde Häftling musste vor seinem Besuch im Bordell ein Formular ausfüllen und sich Tests, bezüglich Geschlechtskrankheiten wie Tripper und Syphilis, unterziehen. Zwei Reichsmark kostete das gedachte Aufputschmittel. Allein rein-Deutschen und gesunden Männern war dieser Besuch gestattet. 15 Minuten lang war ihnen der Aufenthalt in einer der Kammern, dessen Nummer bei einer Durchsage bekannt gegeben wird, erlaubt. Dabei blieb nichts unbeobachtet: Auf dem Flur patrouillierte ein SS-Mann und in den Zimmertüren waren Spione eingefasst. Als Sicherheitsmaßnahme musste der Besucher vor dem Kontakt ein Bad nehmen, was dazu gedacht war übertragbaren Krankheiten vorzubeugen, da die SS große Angst vor der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten hatte. Es kam relativ selten zu Schwangerschaften, da ein behandelnder Arzt den Intimbereich der Frauen nach jedem Kontakt mit Milchsäure ausspülte, dieser durfte allerdings nie mit den Mädchen alleine sein. Erstaunlicherweise kam es jedoch in vielen Fällen gar nicht zum Geschlechtsverkehr, da die Häftlinge, die unter den schlechten Lebensbedingungen litten, meist physisch gar nicht mehr dazu in der Lage waren. Andere wollten sich einfach mal wieder mit einer Frau unterhalten oder ihre Nähe spüren. Nach einem halben Jahr der Prostitution wurde nicht, wie erwartet, die Freilassung dieser Frauen in Angriff genommen, im Gegenteil: sie wurden in einer seperaten Baracke untergebracht. Abgeschieden von den Häftlingen. Ein Zaun, der um das Haus herum verlief, sollte verhindern, dass diese fliehen. Verspottet von den SS-Männern und verhöhnt von den Häftlingen, waren die 17-35 Jahre alten Frauen die Aussenseiter des Konzentrationslagers.